table ronde: lookism

Zum Workshop lookism waren wir mit Autor*in und Journalist*in Hengameh Yaghoobifarah zu Gast beim Projektraum xartsplitta. xartsplitta bietet Raum für diskriminierungserfahrenen Personen, sich mittels kultureller Produktionen, Bildungsarbeit und Wissenschaft zu empowern, zu vernetzen und politisch zu handeln.
In diesem spezifischen Kontext führte uns Hengameh Yaghoobifarah, Missy Magazine Redakteur*in und Taz-Kolumnist*in (Habibitus), in die Thematik von Lookism und Queering von Sehgewohnheiten ein. Lookism oder auch Lookismus äußert sich in Diskriminierungen aufgrund des Aussehens:

„Das heißt, dass sie etwa aufgrund ihres Aussehens nicht auf herkömmlichen Magazinumschlägen, Reklametafeln oder Werbespots zu sehen sind – zumindest nicht in einer positiven Darstellung.“ Lookism kann sich „in Form von Kommentaren, verbaler und körperlicher Gewalt, Mobbing oder andere Ausschlüssen stattfinden“. (Yaghoobifara im Glossar der Vielstimmigkeit)

Von diesen Fragen ausgehend, tauschten wir uns zunächst über verschiedene Erscheinungsformen von Lookism aus, welche diskriminierenden Kategorien in diese hineinwirken, welche Dynamiken aus den entsprechenden Zuschreibungen entstehen und wie in diese interveniert werden kann. Begriffe und Kategorien wie z.B. Fitness, fat-shaming, Sprechverhalten, Stimme, Habitus, Markenkleidung, Alter usw. wurden gesammelt, diskutiert und durch Mindmapping visualisiert und miteinander verknüpft. Anschließend gab es zwei Übungen über das Reproduzieren von Normen und Vorurteilen. Ausgehend von Fotos aus dem Missy Magazine, setzte sich die erste Übung mit visueller Kultur und mit den eigenen Bildern im Kopf auseinander, indem Biografien und Persönlichkeiten zu den abgebildeten Personen imaginiert und erraten wurden.
Bei einer anderen Übung ging es darum, Schreibübungen zu machen, die von drei verschiedenen Perspektiven ausgingen, und zwar: die Ich-Form als innerer Bewusstseinsstrom, die Du-Form als verliebte Person gegenüber ihrem Schwarm und dritte Person als Nachbar*in. Dabei untersuchten wir, welche Rolle Sprache spielt. Zum Abschluss des Workshops wurden die gewonnenen Erkenntnisse und weitere Ideen reflektiert. Zum Beispiel wurde diskutiert, wie ein selbstermächtigende Umgang mit abwertenden Zuschreibungen wie im Falle von Lookism wirken könnte und inwieweit die eigene Bewusstwerdung von Machtungleichheiten und -kritik dabei unterstützen könnte.

Im abschließenden Teil des Nachmittags beschäftigten wir uns mit der Abschlussveranstaltung, die am18. Mai 2018 stattfindet, der Evaluation der zweijährigen Fortbildung und der Dokumentation der künstlerisch-edukativen Vorhaben und ihrer Prozesse. Wie könnten gemachte Lernprozesse und gewonnene Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit im Hinblick auf die Präsentation und Dokumentation der Ergebnisse sichtbar und für eine interessierte Öffentlichkeit zugänglich und nachvollziehbar gemacht werden?

KontextSchule zu Gast bei: xartsplitta

Gast: Hengameh Yaghoobifarah

Termin: Mittwoch, den 14.3.2018, 14:30-18:30

Literatur zum Treffen