Einladungen

Wie kann Kunstunterricht als ein mobiler Denk- und Aktionsraum inszeniert werden und wie kann die Durchlässigkeit zwischen den Alltagserfahrungen von Jugendlichen und einer Auseinandersetzung mit Kunst in einer solchen Versuchsanordnung verstärkt werden? In dieser Unterrichtssequenz beschäftigten wir uns mit dem mobilen Atelier: Dafür haben alle Schüler*innen einen Instrumentenkoffer erhalten, den sie jeweils auf die Reisen mitnehmen konnten, welche wir gemeinsam unternommen haben. Als Format haben wir ein Einladungsritual gewählt, bei dem jeweils eine Person die Gruppe an einen Ort einlädt, der für sie*ihn besonders bedeutsam ist. Die gastgebende Person sorgt mit Eingriffen und Inszenierungen dafür, dass die Gruppe das Spezifische des Ortes wahrnehmen kann (z.B. indem Erinnerungsstücke ausgelegt, Geschichten erzählt, der Blick durch Ein- oder Durchblicke gelenkt wird oder Stimmungen durch bestimmte Töne/Klänge oder Kulinarisches u.a. evoziert werden). Weiter ist die Einladung jeweils so gegliedert, dass der erste Teil quasi unter Anleitung der Gastgebenden stattfindet, während der zweite Teil der Erkundung des Ortes in Eigenregie gewidmet ist, womit das Anlegen einer Sammlung von Dokumentationen des Ortes (in Form von Skizzen, Notaten…etc.) einhergeht. Nach den Einladungen folgt jeweils eine Phase der Auslegung und Verdichtung im Schulzimmer, womit das Schulzimmer auch zum Ort der Ruhe und der intensiven Auseinandersetzung werden kann, während die Einladungen für das "Unterwegssein", das "Sich-Bewegen" stehen.